Musikverein "St. Gregorius"    Saeffelen 1920 e.V.

                                ...mit Musik geht alles besser!

Ein Blick in die Chronik

Im März des Jahres 1920 reifte innerhalb der Reihen des Saeffelen Kirchenchores die Idee, neben dem Gesang auch die Blasmusik zu pflegen; nach dem Vorbild einiger Nachbarorte sollte Saeffelen auch einen Musikverein bekommen. Sechs junge Männer setzten diesen Gedanken unverzüglich in die Tat um und somit wurde der Musikverein "St. Gregorius" ins Leben gerufen. Neben den beiden Hauptinitiatoren Wilhem Wirtz und Wilhelm Brandts (mit 34 Jahren auch die Senioren) gehörten Johann Wellens, Wilhelm Otten, Johann Neiß und Leonhard Vraetz (mit 17 Jahren der Benjamin) zum Gründungssextett. Der letztgenannte "Vroatz Närd" hielt dem Verein über 50 Jahre als aktiver Musikant die Treue.

Vor dem ersten Auftritt des neu gegründeten Vereins bei der traditionellen Prozession des Saeffelener Rosenkranzfestes im Oktober 1920 hatten die Götter jedoch nicht nur den Schweiß (beim Noten pauken und Töne "pusten"), - sondern auch den Preis (jeder musste 500 Reichsmark für Instrumente zahlen) gesetzt.

Mit großem Einsatz und Eifer wurden die ersten musikähnlichen Geräusche und Klänge erzeugt, und ein knappes Jahr später war der noch kleine Verein schon in der Lage, bei der Prunkkirmes neben der Straßen- auch die abendliche Ballmusik zu spielen. Mit dem damaligen Hauptlehrer Königs als Dirigenten nahm man 1925 erstmals an einem auswärtigen Musikfest in Bocket teil und veranstaltete im gleichen Jahr selbst das erste Musikfest in Saeffelen, an dem immerhin schon 16 Gastvereine teilnahmen. Auch die Mitgliederzahl wuchs langsam und beständig; auf dem ersten Vereinsfoto, das 1927 anlässlich der Weihe der ersten Vereinsfahne gemacht wurde, präsentieren sich bereits; wenn auch noch in Zivil; 20 stolze Musikanten.

Die Zeit des Naziregimes und vor allem der unselige 2. Weltkrieg brachten auch dem Musikverein erhebliche Schwierigkeiten und Existenzprobleme. Besonders schmerzlich war der Verlust einiger junger Musikanten, die im Krieg gefallen waren. In den Kriegswirren (Front und Evakuierung 1944/45) waren auch alle Unterlagen und Instrumente (bis auf eine Trompete) verloren gegangen. In diesen schweren Zeiten war man besonders dankbar für die Aushilfe durch Musikfreunde aus Breberen und Waldfeucht.

Trotz der persönlichen Sorgen, die jeder in den Nachkriegsjahren hatte, wurde unverzüglich mit dem Neuaufbau des Vereins begonnen; und zum Rosenkranzfest 1945 war man wieder zur Stelle; wenn auch mit geliehenen Instrumenten. Die Männer dieser "zweiten Stunde" waren u.a. Josef Mobers, Leonhard Vraetz, Alfons Cleef, Johann Hennes und Vereinswirt Peter von Cleef.

Nach Beschaffung neuer oder auch gebrauchter Instrumente kehrten bald wieder normale Verhältnisse im Vereinsleben ein. Ab 1950 wurden im Turnus von 5 Jahren regelmäßig Musikfest ausgerichtet. Nachdem man in den 50er Jahren zumindest durch eine einheitliche Schirmmütze "uniformiert" war, trat der Verein 1964 erstmals mit einer kompletten Uniform (schwarze Hose - dunkelblaue Jacke) in Erscheinung.

Ein Kapitel ganz besonderer Art in der Vereinsgeschichte ging 1972 zu Ende, als Josef Mobers aus gesundheitlichen- und Altersgründen den Dirigentenstab niederlegte. Seit 1928 war er Dirigent, Ausbilder und die Seele des Vereins. Mit großem Engagement hatte er das Vereinsleben geprägt, so dass für viele der Name "Muebisch Joof" und Musikverein identisch war. Für seine vielfältigen Verdienste um die Musik in Saeffelen; auch im Kirchenchor und Spielmannszug hatte er knapp 50 Jahre die musikalische Leitung; wurde ihm beim Musikfest 1985 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

1973 übernahm Alfons Cleef das Amt des 1. Vorsitzenden von Hubert Maaßen, der seit 1960 maßgeblich die Geschicke des Vereins mitbestimmt hatte. Alfons Cleef führte den Verein in der wichtigen Aufbauphase bis 1978. In seiner Amtszeit gelang es endlich, das Nachwuchsproblem in den Griff zu bekommen. Erstmal in der Vereinsgeschichte wurden Mädchen aufgenommen und so bildeten die 13 Mädchen und 6 Jungen eine wesentliche personelle Verstärkung. Dass auch das musikalische Niveau gesteigert werden konnte, ist das Verdienst von Alfons Ramakers aus Born (NL), der das Dirigentenamt 10 Jahre ausübte.

Die achtziger Jahre brachten für den Verein eine weitere positive Entwicklung. Unter Vorsitz von Arno Vraetz (1978 - 2013) und dem Dirigenten Karl Mobers (1982 - 1991) war man erfolgreich bemüht, mit jungen Kräften ein eigenes musikalisches Profil zu entwickeln und einen für den kleinen Ort Saeffelen beachtlichen Klangkörper zu bilden. Viele Initiativen und Aktivitäten im Vereinsleben stammen aus dieser Zeit:

So wurde 1982 die Tradition der zweitägigen Kevelaerwallfahrten; nun allerdings als Radwallfahrt unter Leitung von Willi Vraetz; neu belebt. Das Kapitel "St. Gregorius" und "Maria, zu dir kommen wir" ist eines der besonderen; schon in den 20er Jahren sorgten die Musikanten für die musikalische Begleitung der Wallfahrt, die damals zwei Tage dauerte und für die meisten der einzige "Betriebsausflug" des ganzen Jahres war. Neben dem frommen Musizieren wird auch von weniger frommen Episoden berichtet, die sich zur nächtlichen Stunde im Stammquartier "Zur goldenen Kugel" abgespielt haben sollen. Doch Maria; so hofft der Chronist; drückte gnädig ein Auge zu! Ab Mitte der 50er Jahre waren die Wallfahrten nur noch eintägig.

1980 wurde erst erste "Karnevalistische Dorfabend" veranstaltet, der auf Anhieb ein Volltreffer war und sehr gut ankam. Seit 1984 mit dem "Soefelder Dreigestirn", wurden daraus regelrechte Karnevalssitzungen, die Musikverein bis heute erfolgreich organisiert und gestaltet.

In Zusammenarbeit mit dem Vereinswirt ging man 1985 daran, in Eigenleistung den kompletten Bühnenbereich zu sanieren und baulich umzugestalten, so dass als Ergebnis ein großer Proben- und Bühnenraum entstanden ist.

Auf der Suche nach einem geeigneten Partnerverein wurde man 1987 beim MV "Lyra" Neumagen/Mosel fündig. Regelmäßige Besuche hüben wie drüben festigten diese Partnerschaft.

Ebenfalls in den 80er Jahren wurden die jährlichen Konzerte; jeweils im Wechsel als Saal- oder Platzkonzert; aus der Taufe gehoben. Als dritte Veranstaltung kam 1992 das Waldfest "Aan d´n Dieck" hinzu. Dieses zweitägige Vergnügen mit verschiedenen Musikformationen, das im romantischen Eichenhain von Vereinsmitglied Lambert Houben stattfindet, lockte immer wieder viele Besucher an.

Auch die turnusmäßigen Musikfeste (alle 5 Jahre) verliefen in jeglicher Hinsicht erfolgreich; zum einen sprach das abwechslungsreiche Programm ein breites Publikum an, zum anderen erwies sich die Bewirtung in Eigenregie als warmer Regen für die Vereinskasse. In der langen Reihe der Musikfeste nimmt das Fest zum 75-jährigen Jubiläum im Jahre 1995 eine besondere Stellung ein. In monatelangen Recherchen und Proben hatte der Verein einen in seiner Art einmaligen Festabend vorbereitet, zu dem auch alle ehemaligen Saeffelener persönlich eingeladen waren. Nach dem Motto: "Van fröher bis hüj - en Soefelder Dörpsrevue" wurde die wechselvolle Geschichte des Vereins; verknüpft mit Personen und Ereignissen der Dorf- und Weltgeschichte; in einer bunten Mischung aus Sketchen, Vorträgen, Anekdoten, Gedichten sowie Tänzen, Gesang und Musik auf die Bühne gebracht; ein viel beklatschtes, abendfüllendes Programm! Den Abschluss des Jubiläums bildete am Sonntagabend ein Festkonzert der Philharmonie Sittard und des Musikcorps Braunsrath, das mit unseren Ortsvereinen schließlich noch den "großen Zapfenstreich" aufführte.

Beim Saalkonzert 1991 übergab Karl Mobers nach 9-jähriger erfolgreicher Tätigkeit den Dirigentenstab an Heinz-Josef (Büb) Mühlenberg, der für weitere 9 Jahre die musikalische Federführung innehatte.

Im April 2000 besuchte der Verein im Rahmen der "Zipfelpartnerschaft" Nord-Süd-Ost-West gemeinsam mit dem Spielmannszug die südlichste Zipfelgemeinde Deutschlands, das Städtchen Oberstdorf im Allgäu.

Beim Musikfest 2000 war der Verein wieder innovativ, denn das Fest wurden im Rahmen der (schwachen) Herbstkirmes als zünftiges Oktoberfest aufgezogen; ein Volltreffer, der sich seitdem in Saeffelen etabliert hat und vom "Kulturverein" in erweiterter Form bis heute veranstaltet wird.

Das neus Jahrtausend brachte dem Verein wiederung einen Wechsel am Dirigentenpult: Rainer Tegtmeier übernahm die musikalische Leitung; ihm folgte im Jahre 2003 Theo Peeters aus Kerkrade (NL). Unter seiner Leitung hofft der Verein, seine musikalische Linie erfolgreich fortsetzen und weiterhin das bekannt breitgefächerte, publikumsorientierte Programm bieten zu können.

Neben den musikalischen Erfolgen in Form von gelungenen Konzerten und Auftritten gab es in den letzten Jahren auch einiges Highlights in geselliger Hinsicht:

Im Oktober 2003 ging es nach langer Zeit mal wieder an die Ahr. Mit Anhang kamen wir zuerst auf dem Rotweinwanderweg bei sommerlichen Temperaturen ins Schwitzen, was aber für den Durst und die Stimmung am Abend in der St. Martinhütte oberhalb von Altenahr nur förderlich war. Wegen der positiven Resonanz wurde die Ahrtour im August 2005 in ähnlicher Form wiederholt; diesmal stand als sportliche Tagesaktion eine Radtour entlang der Ahr bis Bad Breisig/Rhein auf dem Programm. Zum stimmungsvollen, weinseligen Ausklang ging es wieder in die St. Martinshütte.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Selfkant starteten wird vom 01.-03. Oktober 2006 das Projekt Sylt/Kiel. Zunächst besuchten wir nach langer Anreise über Dänemark den nördlichsten Zipfelort List auf Sylt, wo wir in der Jugendherberge in den Dünen untergebracht waren. Selbst das nordfriesische herbe Wetter konnte der guten Stimmung auf Sylt nichts anhaben. Am 03. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, waren wir in Kiel bei der großen Musikparade der Bundesländer die musikalischen Botschafter der "Zipfelgemeinden", die sich quasi als 17. Bundesland präsentieren; ein unvergessliches Erlebnis.